Integration - Die Vergesellschaftung von (sich fremden) Ratten

Es kommt leider immer wieder vor, dass unerfahrene Rattenhalter eine einzelne Ratte erwerben oder derjenige, von dem er die Ratte erhalten hat, sogar behauptet, daß man Ratten einzeln halten kann.
Und das ist absolut falsch! Ratten sind nun einmal Rudeltiere und können genauso wenig ganz allein leben, wie wir Menschen auch.
Auch kann es passieren, dass eine Ratte stirbt und dann ein einzelnes Tier überbleibt (weswegen man besser gleich mit 3 Ratten anfängt) und dann neue Ratten integriert werden sollen oder man nimmt ein oder mehrere Notfallratten auf. Auch kann es sein, dass man eine Ratte krankheitsbedingt aus dem Rudel nehmen und diese später wieder reintegrieren muss. Gründe gibt es sicherlich mehr als genug :)

Ratten sind sehr sozialbewußte, in Großfamilien lebende Tiere. Man muß nun zu Hause nicht gleich ein ganzes Rudel halten, 4-6 (oder mehr) gleichgeschlechtliche Tiere wären optimal, aber 2 - 3 sollten es zumindest sein.

Ganz wichtig ist, dass man wirklich gleichgeschlechtliche (Männchen oder Weibchen) oder gemischte Gruppen (Weibchen oder Böcke mit kastrierten Männchen) hält, denn der Nachwuchs bei einer gemischten zeugungsfähigen Gruppe wäre unabsehbar und völlig verantwortungslos angesichts der vielen Notfälle, die es eh schon gibt.

Die Integration neuer Ratten in ein bereits bestehendes Rudel oder zu einer bisher einzeln gehaltenen Ratte ist nicht immer ganz einfach. So bekommen wir häufig Hilferufe, dass die bereits vorhandene(n) Ratte(n) die neue(n) Ratte(n) verprügelt und durch den ganzen Käfig jagt.
Da wir selbst sehr oft "Second-Hand-Ratten", oft ausgewachsene bzw. alte Ratten aus Notfällen zu uns nehmen und diese dann in unser bestehendes Rudel integrieren, wissen wir, wie schwer es, vor allem bei älteren Ratten, manchmal sein kann, diese "zusammen zu bekommen".
Damit wir nicht immer Antwort - eMails, lang wie diese Seite *g*, an euch verschicken müssen, werden wir hier mal unsere Erfahrungen weitergeben.
Natürlich verläuft jede Integration anders, jede Ratte ist unterschiedlich und ihr Verhalten nicht vorhersehbar.
Es gibt eine Regel, die lautet: "Ratte niemals einfach so zusammensetzen" - das kann im schlimmsten Fall tödlich, in vielen Fällen mit Bisswunden enden. Es gibt auch keine ultimative Integrationslösung, es gibt nur Richtlinien, an die man sich grob halten kann, die aber jedesmal wieder abweichen wird. Keine Integration ist wie eine andere.

Eine Vergesellschaftung von Rattenbabys zu anderen Rattenbabys im Alter bis zu maximal 8-10 Wochen geht es im Allgemeinen ganz problemlos zu. Die Kleinen sind noch verspielt und zeigen kein Revierverhalten.
Man lässt sie sich trotzdem auf einem neutralen Ort (Sofa, Tisch wie auch immer) kennenlernen und miteinander spielen und wenn man sieht, dass sie sich vertragen, kann man sie in den gemeinsamen Käfig setzen.
Trotzdem sollte man diesen auch danach nicht unbeobachtet lassen und immer wieder kontrolleren, ob alles weiterhin gut geht.

Ganz anders sieht es schon bei Ratten aus, die ca. 12 Wochen alt sind. Sie sind zwar noch Babys, fangen jetzt aber an, Revierkämpfe zu üben und sich zu behaupten. Ratten ab diesem Alter sollte man keinesfalls nach so kurzerm Kennenlernen mit den anderen Ratten zusammen in einen Käfig setzen, sondern sie sich über einen gewissen Zeitraum langsam aneinander gewöhnen lassen.
Ein "gewisser Zeitraum" ist nicht festlegbar, eine durchschnittliche Integration dauert 3 Wochen, manchmal ist bereits nach 1 Woche alles O.K., manchmal dauerts aber auch 2 Monate.
Wenn es nach 4 Monaten immer noch nicht geklappt hat, würden wir von weiteren Versuchen absehen und den beteiligten Ratten den weiteren Stress ersparen und eine andere Lösung suchen.

Wir nehmen, wenn es irgendwie möglich ist, immer 2 schon zusammen gehörende neue Ratten auf. Das hat den Vorteil, dass während der Integration keine Ratte allein sitzt (immerhin können das leicht mal 8 Wochen sein, in denen die einsame Ratte leidet). Wer Babys zu seinen älteren Ratten integrieren möchte, sollte sowieso immer 2 Babys nehmen, da so junge Ratten einfach Spielgefährten im selben Alter für das Erlernen bestimmter Verhaltensweisen (Sozialverhalten) für ihre Zukunft benötigen. Auch ist es für die älteren Ratten einfacher, wenn die Babys miteinander spielen, anstatt ihnen auf die Nerven zu fallen.

Wenn Rattenbabys zu älteren Ratten integriert werden, sollten sie wenigstens 8 Wochen alt sein, bevor sie mit den Großen zusammenkommen. Vorher sind sie meist noch zu klein um sich zu wehren und evt. (auch "harmlosere") Bisse lebend zu überstehen. Das soll jetzt keine Panikmache sein, aber auch das ist zumindest schon vorgekommen, dass gerade ausgewachsene Männchen zu junge Ratten mit einem einzigen Biss getötet haben.

Meistens bekommt man junge Ratten bereits ab einem Alter von 5 bis 6 Wochen, die Zeit, die sie noch wachsen müssen, kann man aber gut nutzen, um die Kleinen erstmal an sich selbst zu gewöhnen. Auch benötigen sie selber ja eine Zeit, sich einzugewöhnen.

Odin unterwirft Daria

Flöckchen unterwirft Shara

Zwangsputzen: Die (neue) Ratte wird auf den Rücken geworfen, somit unterworfen und gründlich von allen Seiten, hauptsächlich aber im Genitalbreich beschnuppert. Hierbei quiekt die unterworfene Ratte oft laut aus Protest, bleibt aber still liegen.

Für die Intergrationszeit benötigt ihr natürlich einen zweiten Käfig. Den kann man sich ggf. von Freunden leihen, grundsätzlich ist es aber eh immer besser, einen weiteren Käfig im Haus zu haben als Integrations- oder Krankenkäfig. Dieser kann auch etwas kleiner sein, als der empfohlene (allerdings auch kein Hamsterkäfig), da er ja nur eine absehbare Zeit bewohnt wird.
Diesen zweiten Käfig richtet ihr ein und setzt die neue/n Ratte/n erstmal hinein, damit sie sich etwas von dem ganzen Stress erholen können.
Mit der Integration sollte man bei erwachsenen Ratten nicht gleich beginnen, besser ist es in den meisten Fällen sowieso, eine Quarantäne einzuhalten, falls die Neuen irgendwelche Krankheiten haben.

Stellt den Käfig mit etwas Abstand (mindestens 15 cm) - es darf noch kein direkter Schnüffel- und Berührungskontakt möglch sein sein - neben den Käfig der anderen Ratte(n), damit sie sich nicht gegenseitig verletzen können.
Bei Böcken hat sich ein zu dichtes Zusammenstellen der Käfige oftmals auch als weniger gut herausgestellt - die Tiere wurden dadurch agressiver. Allerdings haben wir persönlich keine wirklichen Erfahrung mit der Vergesellschaftung von echten Böcken (im Rattenforum unter "Verhalten" gibts sicherlich schnell Hilfe).
Am besten, ihr fangt erstmal mit dem Austausch von dem gebrauchten Nistmaterial (von den Schlafplätzen) der beiden Käfige untereinander an, oder auch mal die ungewaschene Hängematte bzw. das Schlafhaus wechseln. So können die Ratten schon einmal ganz stressfrei den ersten Geruch der neuen Ratten "aus der Ferne" aufnehmen und sich auch schon sehen bzw. kommunizieren.

Bevor ihr mit der "eigentlichen" Integration, sprich direktem Kontakt, beginnt, sollte die neue Ratte erst einmal an euch gewöhnt bzw. gezähmt werden (soweit möglich). Es wird schwieriger, sich streitende Ratten zu trennen, wenn diese noch Angst vor euch haben.

Nach ein paar Tagen (das kann unterschiedlich lange dauern und kommt immer auf die Ratten und ihr Verhalten an), wenn die Ratten sich beim gegenseitigen Anblick ruhig verhalten und sich nicht (mehr) anfauchen und das Fell sträuben, könnt ihr den ersten Kontakt zwischen den Ratten herstellen.

Das Kennenlernen zwischen den Ratten sollte an einem Platz stattfinden, wo ihr sie ständig im Auge behalten könnt, am besten eignet sich hierfür ein Tisch, ein Sofa o.ä., auf jeden Fall sollte dieser nicht zum üblichen Revier der Alteingessenen gehören.
Wir nehmen gern den Wohnzimmertisch, dort können wir bequem davor sitzen und ggf. schnell eingreifen.
Oft wird ein erster Kontakt auf dem Arm des Menschen empfohlen, davon raten wir in vielen Fällen ab, es sei denn, die Ratten können sich nicht unter der Bekleidung verstecken und sind schnell zu greifen. Wie schnell sind die Ratten unter dem Pullover, im Ärmel o.ä. verschwunden; wenn sie sich dort streiten, kann man sehr schlecht eingreifen und wird im Tumult vielleicht sogar selbst gebissen.
Wenn man zu zweit ist, wird die ganze Sache etwas vereinfacht. Dann kann man den ersten Kontakt auch gut auf den Menschen stattfinden lassen.
Wir handhaben das genau so. Jeder von uns nimmt eine Ratte aus einer Gruppe auf die Schulter und dann stellen wir uns so nebeneinander, dass eine der Ratten zu der anderen gehen kann. Derjeinige, der dann ohne Ratte ist, beobachtet die Ratten ganz genau und ist ständig bereit, einzugreifen.
Wenn man mehr als 2 Ratten vergesellschaften möchte, sollte man sich auch mehrere (möglichst alle) an selben Tag auf diese Art kennenlernen lassen, da sonst die eine Ratte, die nach den Neuen riecht, von den anderen aus der Gruppe gepiesackt werden könnte.
Erst ein paar Tage später starten wir den ersten Versuch auf dem Tisch, dann aber mit allen Ratten gleichzeitig, wobei es manchmal auch sinnvoller ist, sich die Ratten nacheinander begegnen zu lassen. Das kommt wie gesagt, immer auf den Einzelfall, sprich die einzelnen Ratten an.

Wenn nun die Ratten auf dem Tisch sind, geht meist erst einmal eine ganz normale Prozedur vonstatten. Die Ratten laufen sich hinterher, schnuppern unterm Schwanz, ziehen sich auch mal am Fell, unterwerfen sich (auf den Rücken drehen) und quieken. Auch Fellstrubbeln ist normal. Unterwürfigere Ratten versuchen zu flüchten, dominate Ratten wehren sich.
Das ganze sieht oft gefährlicher aus, als es ist. Trennt die Ratten nicht vorschnell, sie müssen sich schließlich irgendwie kennenlernen und auch die Rangfolge abklären.

Trennen solltet ihr die Tiere aber auf jeden Fall, wenn sie sich blutig beißen oder ein einziges Knäuel (ineinander verbissen) sind.
Nehmt dazu einen (Leder-) Handschuh, ein Handtuch o.ä., damit ihr im Eifer des Gefechtes nicht selber gebissen werdet. Achtet aber dabei darauf, dass ihr die Ratten nicht selber verletzt, da ihr mit solchen Hilfsmitteln bewaffnet, nicht mehr die gewohnte Empfindlichkeit in den Händen habt.
Wir haben immer vorsichtshalber ein Handtuch daneben liegen, obwohl wir diesen extremen Fall so noch nicht erlebt haben. Auch ein Glas Wasser oder eine Blumenspritze können sehr hilfreich beim Trennen mehrerer Ratten sein.
Blutige Beißereien sind zwar schon vorgekommen (allerdings nicht bei uns), wenn man die Ratten jedoch mit viel Geduld zusammenbringt und ihnen auch wenns manchmal schwerfällt zu warten, die Zeit, sich aneinander zu gewöhnen, gibt, die sie selber benötigen, sollte es gar nicht erst dazu kommen.
Es gibt manchmal auch Fälle, wo sich die Ratten sofort verstehen, sie sich gleich gegenseitig putzen und sie bald darauf zusammen gekuschelt einschlafen. Im Normalfall dauert das aber ein paar Tage bis hin zu manchmal Wochen.

Lasst euch vom ersten Zusammentreffen nicht täuschen! Gerade das erste Mal läuft oft sehr friedlich ab, einfach weil alle Tiere überrascht sind. Das zweite und die folgenden Treffen verlaufen meist ganz anders.

Zwangsputzen

Zwangsputzen mit leicht gesträubtem Fell nach einer Meinungsverschiedenheit. Hier ist Odin, der black hooded, der Unterlegene und Spunky putz ihn.

Diesen gemeinsamen "Auslauf" solltet ihr den Ratten jeden Tag geben (natürlich nach erfolgreicher Integration auch weiterhin ;), damit sie sich schnell aneinander gewöhnen. Verlängert täglich die Zeit, die sie zusammen verbringen, bis sie sich auch über mehrere Stunden und später auch im normalen Auslauf (Zimmer) vertragen.
Ratten erkennen sich am Geruch, deshalb markieren sie sich beim gegenseitigen Über- und Untereinander durchkrabbeln mit wenigen Urintröpfchen (O.K., machmal sinds regelrechte Bäche, vor allem wenn sie uns markieren ;) ). Das werdet ihr auch bei euren Ratten bemerken. Die rangniedrigere Ratte wird versuchen, von der dominateren Ratte markiert zu werden, krabbelt unter ihr durch und will sozusagen in die Familie aufgenommen werden, indem sie den geruch annehmen möchte.
Erst wenn die Ratten sich an mehreren aneinanderfolgenden Tagen (!) bei mehrstündigen gemeinsamen Freilauf wirklich vertragen, auch schon zusammen kuscheln, spielen bzw. sich putzen, könnt ihr das Zusammensetzen in den gemeinsamen (am besten neuen) Käfig wagen.

Ratten sind revierverteidigende Tiere, auch wenn sie sich bereits über einen längeren Zeitraum beim Auslauf verstehen, sehen sie die Sache im gemeinsamen Käfig ganz anders. Der Käfig ist ja das bisher alleinige Revier der eingesesenen Ratten und es wird dann beim Zusammensetzen wieder zu Streitereien und Verfolgungsjagden kommen.
Bevor ihr also nun alle Ratten in einen Käfig setzt, reinigt ihr den Käfig, in dem alle Ratten leben sollen, gründlich, auch die Schlafhäuser, Leitern etc.
Reinigungsmittel benötigt ihr hierfür nicht, den Geruch bekommt man eh nicht 100%ig raus, die Ratten werden ihn sowieso weiterhin riechen.
Mehr bringt es, den Käfig komplett umzugestalten und die Schlafhäuser beider Gruppen im gemeinsamen Käfig unterzubringen.
Wir handhaben das dann so, dass die Einrichtung der neu hinzuziehenden Gruppe nicht groß gereinigt wird, damit die Neuen sich etwas heimischer fühlen und die Alten die Neuen eher im Käfig akzeptieren, weil auch deren Geruch vertreten ist.

Zuerst die neuen Ratten in den Käfig lassen, damit sie sich erstmal umsehen können. Das ist wichtig, damit sie später wenn sie evt. flüchten müssen, auch wissen, wohin sie laufen können. Die Alten haben ja eh Heimvorteil, auch wenn der Käfig umgestaltet wurde.

Wenn sie die Neuen beruhigt haben, setzt man die Alten mit dazu. Wir handhaben das allerdings meist so, dass wir die Neuen erstmal wieder rausnehmen und mit den anderen zusammensetzen und dann alle zusammen in den Käfig laufen lassen.

Kisdi und Flöckchen streiten sich
Die Rangfolge muss festgelegt werden.

Flöckchen unterwirft Kisdi
Kisdi (rechts) unterwirft sich.

Wir stellen dann meist ein Schälchen mit Joghurt oder Babybrei in den Käfig vor die Ratten, damit das Gejage nicht sofort losgeht. Es muß auf jeden Fall etwas sein, das alle Ratten kennen und gern mögen und am besten breiig ist, damit sie davor sitzen bleiben müssen und das Futter nicht wegschleppen.
Das machen wir übrigens auch schon beim Kennenlernen auf neutralem Boden so. Wenn alle Ratten nebeneinander aus dem Napf schlabbern, nehmen sie auch schon etwas vom Geruch der jeweils anderen an ;)

Oft wird sich nach dem Fressen ausgiebig geputzt und wenn man Glück hat, klappt jetzt alles. Meist aber jagen sich die Ratten doch noch durch den Käfig , unterwerfen sich immer wieder, also das ganze Spiel noch mal von vorne.
Behaltet die Nerven! Das ist völlig normal, solange sie sich, wie gesagt, nicht ineinander festbeißen und bluten.
Auf jeden Fall sollte man die nächste Zeit vorm Käfig verringen und alles genau beobachten. Wenn ihr unsicher seid, trennt die Ratten über nacht und setzt sie am nächsten Tag wieder zusammen. Erst im Auslauf, danach zusammen in den Käfig. Das kann man auch mehrere Tage so halten.
Nach ein paar Tagen sollte sich die Rangordnung dann aber geklärt haben und sich alle verstehen und ihr Zusammenleben genießen.
Sollte es noch immer oder wieder Schwierigkeiten geben, fangt ihr wieder mit dem gemeinsamen Auslauf auf begrenztem Raum an, bei dem Punkt, wo sie sich zuletzt gut verstanden haben.

Eine Integration von zwei größeren Rudeln läuft in etwa genauso ab, gestaltet sich eigentlich nur darin etwas schwieriger, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Am besten, man ist dabei zu zweit.

Wir stellen hier den ersten Kontakt der Neuen zuerst mit der friedlichsten des "alten" Rudels her und arbeiten uns dann langsam an den Rudelboss ran.
Ein kleiner Trick wäre da noch. Da die Ratten sich gegenseitig markieren, um ihre Zugehörigkeit zu demonstrieren, kann man die neu hinzukommenden Ratten mit dem feuchten Nistmaterial des Schlafhäuschens der alten Gruppe abreiben. So riecht sie (erstmal) genauso, wie alle anderen Ratten. Das heißt nun nicht, das man die Neuen bedenkenlos zu den anderen setzen kann, da sich der eigene Geruch doch bald wieder durchsetzt. Bei manchen Ratten hat das aber auch schon zu vermehrter Agressivität den Neuen gegenüber geführt, einfach weil es sie zu sehr irritiert hat. Also vorsicht!

Macht bitte nicht solchen Blödsinn wie die Ratten mit irgendwelchen Parfums oder so einzureiben (wird manchmal bei Hunden vorgeschlagen...). Gerade Gerüche, die Ratten nicht mögen (und dazu zählen einfach Parfums, Deo o.ä.) können (und werden in den meisten Fällen) genau das Gegenteil bewirken und die Ratten beißen sich!

Aber ganz egal, wie lange eine Integration nun dauert, ob 3 Tage, 3 Wochen oder 3 Monate - alles ist möglich -, jede Ratte ist verschieden und es gibt kein Allgemeinrezept. Es wird auch immer wieder einmal vorkommen, dass sich Ratten gar nicht integrieren lassen. Auch Ratten haben Sympathien und Antipathien und das sollte man akzeptieren und die Tiere dann nicht zwingen, trotzdem zusammen zu leben. Wenn eine Integration nach spätestens (!) 4 Monaten immer noch nicht geklappt hat, lasst es - es hat dann keinen Sinn mehr.
Ein zwar gemeinsames Leben aber nur unter Dauerstress macht die Tiere krank und auch euch nicht zufriedener. In diesem Fall sollte man also entweder 2 Gruppen halten, die Neuen vermitteln oder bei einer Einzelratte es mit anderen versuchen.
Wenn euch jemand nicht passt, schmeißt ihr denjenigen schließlich auch aus eurer Wohnung und akzeptiert ihn nicht zwangsweise nur weil es einem anderen so grad gefällt ;)

Das Wichtigste an der ganzen Sache ist Ruhe, Zeit und Geduld!

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