Gedichte und Geschichten rund um die Ratte

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Streit unter Ratten

Rattige Gedichte

  SHU - die Ratte (unbekannt)
  Ratten Abend (Meike)
  Die letzte Ratte (Krapf)
  Das Leben geht weiter (Monika Golembiewski)
  Meine Ratten (G. S.)
  Ein tiefer Abgrund (Birgit Schwab)
  Die kluge Ratte (Wilhelm Busch)
  Wenn es soweit ist (Verfasser unbekannt)
  Ratten im Versuchslabor (Verfasser unbekannt)

  Erinnerungen (Birgit Schwab)
  Abschied... (Birgit & Chris Schwab)
  Die Ratte (Theodora Lau)
  Abschied (II) (Birgit Schwab)
  Gebet einer Ratte (Eva-Maria d´Oncien)
 



Rattige Geschichten


Neues Leben
eine rattige Geschichte (Birgit Schwab)
  Lauf, kleine Maus. lauf!
Im Land Eternia (Chris Schwab)

Chinesich Ratte

SHU - die Ratte

Ich bin nur ein kleines Wesen in der Welt vieler Großen.
Gutes hat man über mich selten gelesen, mich immer wieder verstoßen.

In Ihrer Unwissenheit haben die Menschen mich angelockt durch Abfall
- achtlos weggeschmissen in die Natur
für uns das große Fressen pur und hassen uns nun hierfür.

Aber alles hat mal ein gutes Ende:
Viele Menschen öffnen uns ihre Hände.
Und seht nur, was halten sie dort! Ein Rättchen -zart und behende.

Sie kosen und lieben es immerfort. So hat dieser Haß einen Sinn bekommen,
hat vielen Menschen den Ekel genommen.
Wir sind nicht viel anders wie Hund oder Katzen

nur nennt man uns eben Ratzen.

(China unbek.)

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Ratten-Abend (Nessy und Anton)

Kleine Rattennase ragt
über Hängemattenrand
Heute viel herumgerannt
Teppichkante angenagt

Auf den Schränken rumgehopst
mit der Tastatur gespielt
im Papierkorb rumgewühlt
ein Radiergummi gemopst

Ja, das war ein Rattentag
genau, wie sie ihn gerne mag

Neben ihr auch in der Matte
liegt der dicke Ratterich
"Ach wie gut", denkt er bei sich
"dass ich meine Ruhe hatte"

Und dann gönnen sich die zwei
traute Rattenkuschelei

(c) Meike

Meike hat uns dann auch noch gleich ein selbstgemaltes Bild ihrer 2 Ratten mitgeschickt:

Meikes Ratten

(c) Meike

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Die letzte Ratte

Die Ratte, die verschlafen hatte,
machte sich alsbald 'ne Platte,
die andern war'n schon alle fort,
nur sie harrte noch im sich'ren Hort.

Ganz verschlafen im Gesichte,
mit wüstem Fell, glaubt nicht, ich dichte -
hastete sie hinterdrein,
voll Sehnsucht nach den Leckereien.

Aha, die ha'm mich ratzen lassen,
begann sie da im Geist zu fassen -
weil sie selber alles wollen!
Da begann das Ratz zu grollen.

War's meine Schuld, im letzten Jahr,
es war nicht viel zu fressen da,
mein eisern' Will' hat nichts genutzt -
ich hab'das Weihnachtsmahl verputzt!

Na und? Ich hatte eben Hunger,
hatte satt das Rumgelunger,
an den Ecken und in Tonnen -
drum hab' ich den Plan ersonnen...

...und mich heimlich, still und leise,
vergriffen an der süßen Speise.
Wahrhaft lecker hat's geschmeckt,
doch leider hat man mich entdeckt.

So ha'm sie, ich kann's noch nicht fassen
dies' Jahr mich zuhaus' gelassen,
und hau'n sich voll, den Magen - lecker (!)
mit Weihnachtsstollen, frisch vom Bäcker!

Sprach's, und trabte ganz behende,
bis an des Bordsteins jähes Ende -
und wär' bald, weil so in Gedanken,
geraten in der Katze Pranken!

Doch Huiii! Ab ging's da mit der Ratte,
auf blankem Eis, und das war glatte -
und über diese Jahreszeit
war Ratz noch nie so froh wie heut'.

Die Katz, die tatzte unverdrossen,
und mauzte dabei, wie besoffen,
doch heiß begehrten Weihnachtsbraten
konnt' im Schnee sie nicht erraten.

So war die Ratte denn entkommen
und nuffelte noch ganz benommen,
auch trug sie jetzt ein weißes Kleid,
als Tarnung, versteht sich, liebe Leut'.

Um nun ein End' ins Aug' zu fassen
woll'n auch das arme Ratz entlassen,
es ist ja schließlich Weihnachtszeit,
auch tut das Ratz mir langsam leid.

Mit 'ner Geschicht und kalten Ohren -
auch war der Schwanz schon fast gefroren,
Ritzeratz! in Bäckers Stube,
führte unterirdisch' Grube.

Hämisch gegrinst, und die Zähnchen gewetzt,
hat's Ratz sich rittlings auf die Stolle gesetzt -
und dem letzten bei Tische winkt, wie jeder weiß,
in Stollen's Kern der Marzipanehrenpreis!!!

K.L. 2000
(c) Krapf

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Fiete

Das Leben geht weiter

Nun musste Fietes Leben enden -
der Tod riss ihn mir aus den Händen -
man gönnte ihm 2 Jahre nur -
so ist nun´mal Ratzens Natur.

Die Flusen ham ein kurzes Leben -
hilft alles nix, so ist das eben!
So kämpf ich gegen Tränen an -
das Einzige, was ich machen kann -

Ich flitz´ins nächste "Tierasyl"
dort sitzen Ratzen viel zu viel
auch sonst gibt´s Notfälle "en Masse"
die mitzunehmen ich nicht lasse...

So hol´ ich mir, dem Freund zum Graus,
immer mehr Ratzenvolk ins Haus!
Mir ist´s egal was And´re denken,
die Flusen mir viel Freude schenken.

Im Gegenzuge geb ich denen
ein artgerechtes Ratzenleben.
Die Süßen danken´s tausendfach -
so dass auch ich bald wieder lach´!

(c) Moni Golembiewski

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Meine Ratten

Meine süßen Ratten
wie ihr daliegt
mich so süß anschaut
einfach so

Meine Kuschelratten
wie ihr kuschelt
an meinem Hals
einfach so

Ihr schaut mich oft
einfach nur an
einfach so

Manchmal
wenn ihr daliegt
und ich euch streichle
schlaft ihr ein
einfach so

Ab und zu
putzt ihr euch
damit euer Fell
sauber bleibt
ihr putzt euch
einfach so

Ihr habt es gut
Ihr habt kaum Sorgen
ihr esst nur
schlaft
spielt
einfach so

Ohne Sorgen
Euer einziges Problem
Steit mit den Artgenossen
mehr nicht
einfach so

Ohne Sorgen
habt ihr es gut

(c) G. S., Dezember 2001

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Ein tiefer Abgrund

Dein letzter Weg
Wir gehen ihn gemeinsam
Wir kuscheln zusammen
Das letzte Mal

Du siehst mich an
Mit sterbenden Blicken
Vertrauensvoll
Ich weine

Ich frage mich,
ob Du noch etwas wahrnimmst
Schmerzen, Angst
Sehnsucht

Meine Tränen fließen
Du bist gegangen
Nie werde ich Dich vergessen -
Niemals!

- für alle Ratten, die schon von uns gegangen sind... -

(c) Dezember 2001 Birgit Schwab


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Die kluge Ratte

Es war einmal eine alte, graue Ratte
die, wie man sieht, ein Fass gefunden hatte.

Darauf, so schaut die Ratte hin und her,
was in dem Fasse drin zu finden wär`.

Schau, schau! Ein süßer Honig ist darein
doch leider ist das Spundloch viel zu klein.

Indes die Ratten sind gar nicht so dumm,
sieh nur, die alte Ratte dreht sich um.

Sie taucht den langen Schwanz hinab ins Fass,
und zieht ihn in die Höh` mit süßem Nass.

Nun aber ist die Ratte gar nicht faul,
Und zieht den Schwanz sich selber durchs Maul.

Die kluge Ratte

(c) und Quelle Wilhelm Busch, Fliegende Blätter und Münchener Bilderbogen 1859 - 1871

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Wenn es soweit ist

Bin ich dereinst gebrechlich und schwach
und quälende Pein hält ständig mich wach
- was Du dann tun mußt - tu es allein.
Die letzte Schlacht wird verloren sein.

Daß du sehr traurig, verstehe ich wohl.
Deine Hand vor Kummer nicht zögern soll.
An diesem Tag - mehr als jemals geschehn -
muß Deine Freundschaft das Schwerste bestehn.

Wir lebten zusammen in Jahren voll Glück.
Furcht vor dem Muß? Es gibt kein Zurück.
Du möchtest doch nicht, daß ich leide dabei.
Drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei.

Begleite mich dahin, wohin ich gehn muß.
Nur - bitte bleibe bei mir bis zum Schluß.
Und halte mich fest und red mir gut zu,
bis meine Augen kommen zur Ruh.

Mit der Zeit - ich bin sicher - wirst Du es wissen,
es war Deine Liebe, die Du mir erwiesen.
Vertrauendes Schnüffeln ein letztes Mal -
Du hast mich befreit von Schmerzen und Qual.

Und gräme Dich nicht, wenn Du es einst bist,
der Herr dieser schweren Entscheidung ist.
Wir waren beide so innig vereint.
Es darf nicht sein, daß Dein Herz um mich weint.

-unbekannt aus dem www-

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Ratten im Versuchslabor

Um des Forschers Ruhm zu mehren,
und der Wissenschaft zu Ehren,
sterbt ihr einen schlimmen Tod,
Eure Schreie in der Not
erreichen keines Menschen Ohr,
Ratten im Versuchslabor.

Geburt und Tod,
so kurze Spannen,
Leben nur in Plastikwannen,
kleine Nasen schauen hervor,
Ratten im Versuchslabor.

Festgeschnallt auf kalten Tischen,
keine Chance zu entwischen,
bringt Euch des Menschen Hand den Tod,
in euren Augen Angst und Not,
steht so vielen noch bevor,
Ratten im Versuchslabor.

Lacke, Farben, giftige Stoffe,
weil der Mensch auf Fortschritt hoffe,
verbrannt, zerstückelt und geschunden,
Elektroden im Gehirn gefunden,
Der Nobelpreis steht bevor,
Ratten im Versuchslabor.

Todgeschunden, weggeschafft,
alles im Dienst der Wissenschaft.
Folterqualen mannigfaltig,
Forscher phantasiegewaltig,
Im Erfinden von Todesarten,
jedes Mitleid er verlor,
Ratten im Versuchslabor.

Und wir alle, wir bezahlen,
Euer Leid und Eure Qualen,
muß der Mensch in seinem Leben
stets nach Neuerungen streben?
Geplagte Tiere schreien im Chor,
Ratten im Versuchslabor.

Stets will ich nur dafür Leben,
Euch die Freiheit wieder geben,
alles setz` ich dafür ein,
Ihr sollt einmal glücklich sein,
ein langer Kampf wird es zuvor,
für Ratten im Versuchslabor!

Für all die Vergessenen in deren Schuld wir stehen!

Verfasser unbekannt, eingesandt von Christina

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Erinnerungen

Alles, was ich noch von dir habe,
ist die Erinnerung an Dich
und das Wissen,
dass wir uns wiedersehen,
irgendwann -
denn nichts was man liebt,
ist für immer verloren.

(c) Birgit Schwab am 25.04.2002

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Abschied...

Ich kann nicht bleiben, ich muss nun gehn...
der Regenbogen ruft mit den schönsten Farben
Aber immer, wenn es regnet und die Sonne scheint,
bin ich bei Dir und leuchte nur für Dich.

Denk immer daran, Du hast mich nicht verloren
ich bin Dir den Weg nur vorausgegangen...
Der Tag wird kommen, an dem wir uns wiedersehn...
der Tag, an dem wir zusammen am Himmel wandeln.

(c) Birgit & Chris Schwab am 26.04.02
für Kisdi & Elfa

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Die Ratte

"Ich bin der selbsternannte Erwerber.
Ich bin Glied einer Kette und wirke doch als einheitliches Ganzes.
Ich sehe auf zu den Höhen ringsum und treffe mein Ziel sicher mit ruhiger Hand.
Eine glückhafte Reise ist mir das Leben.
Jede Suche muß mit einem neuen Aufbruch enden.
Ich bin Fortschritt, Forschung und Erkenntnis.
Ich bin die Quelle aller Geschäftigkeit.

Ich bin die Ratte"

(Theodora Lau)

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Abschied (II)

Ich war bei Dir, Deinen letzten Weg sind wir zusammen gegangen
Ich wollte Dich nicht gehen lassen, es blieb mir keine Wahl...
Du schautest mich an mit Deinen runden Knopfaugen
so vetrauensvoll
so lieb
Ich weinte

Du hattest große Schmerzen, solltest so nicht mehr weiterleben
Ein letzter Schmerz, ein kleiner Piekser...
Du schmiegtest Dich in meine Arme
so vertrauensvoll
so lieb
Ich weinte

Ganz still bist Du von mir gegangen ohne das leiseste Geräusch
Wie ein Blatt im Wind segeltest Du fort zur Regenbogenbrücke
Dein lebloser Körper blieb in meinen Armen liegen
so vertrauensvoll
so leblos
Ich weine

(c) Birgit Schwab am 21.07.02
In Gedenken an all die Ratten hinter der RBB...

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Gebet einer Ratte

O Herr, sie sagen, ich sei ein Ekeltier
Aber Du hast auch mich geschaffen.
Wer gibt ihnen das Recht,
Mich millionenfach zu quälen, aufzuspießen,
Mit Gift vollzupumpen,
Bis ich wahnsinnig vor Schmerzen
Die eigenen Brüder zerfleische?

Immer haben sie uns verfolgt,
In ihren Fallen gefangen,
Mit ihrem Gift grausam getötet.
Nun aber sitzen wir fest in ihren Käfigen.
Können nicht mehr wegrennen.
Sie üben an uns ihre Operartionstechniken.
Tausendfach.
Millionenfach.
Ohne Erbarmen.

Wir sind die Geringsten unter Deinen Geschöpfen.
Wir zählen kaum im Chor der gemarterten Tiere.
Aber auch wir fühlen
Den Schmerz und die Verlassenheit.
Erlöse uns Herr aus diesem Leid.

Amen

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